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1912 e.V.

Wissen

Bienenwissen

Alles rund um Bienen, ihre Produkte und den Umgang mit ihnen – einfach durchscrollen.

Vom Nutzen der Bienen

(Exzerpt aus dbj 5/03 von G.Pritsch)

  1. Der Wert der Bestäubungsleistung ist 10 x höher als der von den Bienen produzierte Honig.
  2. Der Bestäubungsnutzen wurde 1793 von Christian Conrad Sprengel (Lehrer in Berlin- Spandau) erstmalig erkannt. Damals forderte er bereits, dass der Staat ein „stehendes Heer von Bienen“ halten müsste.
  3. Erträge von Obstgewächsen, Ölfrüchten, z.B. Raps und Leguminosen (Hülsenfrüchte, Schmetterlingsblütler, Stickstoffsammler) hängen von der Bestäubungsintensität der Insekten, besonders aber der Bienen ab.
  4. Außer Bienen spielen auch die Hummeln – sie fliegen im Gegensatz zu den Bienen bereits bei Temperaturen unter 10° C – eine große Rolle bei der Bestäubung der Pflanzen. In ihrem dichten Chitin-Fieder-Haarkleid bleibt der Pollen leicht haften.
  5. Auf der Suche nach Nektar, einem süßen Saft mit ca. 80 % Wasser, und nach Blütenstaub (Pollen) müssen zahlreiche Blüten besucht werden.
  6. Die Anzahl der Wildinsekten schwankt stark und reicht für eine optimale Bestäubung, vor allem auf größeren Feldern, nicht aus.
  7. Bienenvölker mit vielen 1000 Bienen lassen sich gut transportieren und zur Bestäubung gezielt einsetzen. Die Imker sprechen dann von einer Anwanderung der Flächen.
  8. Die Honigbiene hat zusätzlich noch folgende günstige Eigenschaften:
    1. Sie überwintern als ganzes Volk mit 5.000 bis 20.000 Bienen.
    2. Zur Zeit der Obst- und Rapsblüte haben sie ihre Bienenzahl schon stark erhöht (Beginn der Eiablage der Königin schon im Februar) während Hornissen, Wespen und Hummeln, wo nur die Königinnen überwintern, erst allmählich ein Volk aufbauen müssen.
    3. Die Honigbiene kennt keinen Winterschlaf, muss also einen ständigen Vorrat an Honig und Pollen schaffen und muss daher einen großen Sammeleifer entwickeln, d.h. sie ist gezwungen, viele Blüten zu besuchen.
    4. Die Honigbiene ist blütenstet, d.h. sie befliegt nur die Blüten einer Pflanzenart, z.B. der Kirsche, so lange sich das Angebot dort lohnt.
    5. Die Honigbiene ist zwar blütenstet, aber nicht sortenstet, d.h. die zum Teil notwendige „Kreuzbestäubung“ zwischen Sorten einer Obstart wird durchgeführt.
    6. Die Honigbiene kann sich unterschiedlichsten Blütenformen anpassen und kann daher zur Bestäubung sehr verschiedener Pflanzen eingesetzt werden z.B. bei Raps, Kastanien, Bohnen usw.
    7. Durch ihre Tanzsprache können sich Honigbienen an einem neuen Wanderplatz über nur wenige Kundschafterbienen (Spürbienen) über die neue Trachtquelle schnell informieren, d.h. man kann Bienenvölker kurzfristig zur Bestäubung einsetzen.
  9. Die Blüten sind oft lebhaft gefärbt und locken die Insekten durch Duftstoffe, ihren Nektar und Pollen an.
    Narbe, Staubblätter (Pollen), Blütenblätter, Nektarien, Kelchblätter, Fruchtknoten (Samen)
    Es gibt Nektarien, die sich innerhalb oder außerhalb der Blüten befinden.
  10. Befruchtungsarten:
    1. Selbstbestäubung:
      Dabei gelangt der Pollen, der Blütenstaub, der männliche Samen einer Pflanze auf die Narbe der gleichen Pflanze, wächst im Griffel in den Fruchtknoten und vereinigt sich dort mit der Eizelle. So erfolgt die Befruchtung. Daraus entsteht jetzt eine Frucht, z.B. die Kirsche.
    2. Fremdbestäubung:
      Sie erfolgt durch Wind oder durch die verschiedensten Insekten, z.B. Käfer, Wildbienen, besonders aber auch Honigbienen. Insekten, die zum Nektar oder Pollen wollen kommen mit den Staubgefässen und der Narbe in Berührung.
  11. Ertragssteigerungen:
    1. Äpfel und Birnen werden größer, dicker und runder. Z.B. zahlen die Obstbauern des Alten Landes bei Hamburg für jedes aufgestellte Bienenvolk eine Prämie von 25 Euro.
    2. Die Ernteerträge bei Raps werden 10 bis 30 % höher, d.h. statt 30 dt/ha werden 45 dt/ha geerntet.
    3. Noch wichtiger ist die Insektenbestäubung bei der Samengewinnung der verschiedenen Kleearten.

Wissenswertes über Bienen

Wissenswertes über Bienen

Vor vielen Millionen Jahren hat es bereits Bienen gegeben. das beweisen Spuren in Versteinerungen des Bernstein an der Ostseeküste. Eine Höhlenzeichnung in einer Felsenhöhle in Spanien aus der Zeit 12.000 v. Chr. zeigt Bienen und Bienenjäger auf einer Art Strickleiter. Im Jahre 1440 v. Chr. führt Moses das Volk Israel in das Land wo Milch und Honig fließt. In der Zeit des Perikles, um 500 v. Chr., der Zeit einer wirtschaftlichen und kulturellen Blüte Griechenlands werden bereits in Attika 20.000 Bienenstöcke gezählt. Hippokrates, der große griechische Arzt lehrte damals den Honigeinsatz bei eiternden Wunden und das Trinken von Honigwasser bei Erschöpfungszuständen bei den Olympischen Spielen. Der heilige Ambrosius wird um 350 n. Chr. der Schutzpatron der Imker.

Nicht nur in den südlichen Ländern, sondern auch in unserem Raum gewinnt die Imkerei zunehmend an Bedeutung. Karl der Große, um 800 n. Chr. förderte die Imkerei besonders und verordnete seinen Meierhöfen und den Bauern die Haltung von Bienen. Jeder Bauer musste wenigstens 4 Völker halten. Bei der Haltung von mehr als 10 Völkern erhielt er pro Volk eine „Subvention“ von einem Gulden. Generell erlebte die Bienenhaltung im Mittelalter unter der Führung der Klöster eine Blütezeit. Die Bauern mussten damals Abgaben in Form von Bienenwachs an die Kirchen und Honig an die Grundherren, d.h. die Adeligen entrichten.
Da es in der damaligen Zeit noch keinen Zucker als Süßstoff gab, hatten die Adeligen so genannte Zeidler, das waren Berufsimker, am Hofe angestellt, die in den hohlen Bäumen der umfangreichen Waldungen nach Honig suchten. Um sich die Arbeit in den Wäldern zu ersparen, wurden zuerst Aushöhlungen in die Bäume der näheren Umgebung geschlagen und sort Bienen eingesetzt.
Viele Hundert Jahre wurde die Bienenhaltung so gehandhabt. Erst später kamen Bienen in Strohkörbe, Holzkästen und zuletzt auch in Behälter aus Styropor.

Seit dem 16. Jahrhundert gewinnt man den Haushaltszucker aus dem Zuckerrohr der amerikanischen Länder. Erst seit dem 18. Jahrhundert gewinnt man Rohrzucker aus der Zuckerrübe, die Friedrich der Große 1740 in Schlesien anbauen und verarbeiten ließ.
Nach der Reformation und Erfindung der Petroleumlampe und viel später der Elektrizität verliert auch das Bienenwachs an Bedeutung und allmählich auch die gesamte Bienenhaltung

Die Bienenhaltung heute:

Über 80% des in Deutschland verbrauchten Honigs wird importiert, zunehmend auch aus China. Der Honigverbrauch ist bei uns mit 1,4 kg pro Peron und Jahr relativ hoch. Die Qualität des deutschen Honigs ist wegen der gesetzlichen Bstimmungen besonders gut. Aus Gründen des Naturschutzes und Umweltschutzes müssten in Deutschland viel mehr Bienen gehalten werden. Anfänger und Neuimker erhalten bei uns vom Land Niedersachsen und der EU beim Kauf von Bienen finanziellen Zuschuß.

In Deutschland gibt es z.Zt. ca. 90.000 Imker. Nur 1% davon sind Berufsimker mit über 200-300 Bienenvölkern. Alle anderen sind Nebenerwerbs- bzw. Hobby-Imker mit etwa je 9 Völkern.

Hilfe, die Bienen schwärmen!

Bienenwissen: Hilfe, die Bienen schwärmen!

Sie haben einen Bienenschwarm entdeckt! Was ist zu tun ??

Als erstes sollten Sie sich freuen, denn Sie erleben gerade die Geburt eines neuen Bienenvolkes. Vor einem Bienenschwarm brauchen Sie keine Angst zu haben, denn in der Regel ist ein Schwarm friedlich.

 

Etwa ab April können Bienenvölker so stark werden, dass der Platzbedarf so groß wird, dass ein Volk sich vermehren möchte. Es werden neue Königinnen erzeugt. An schönen Tagen, meist in den Mittagsstunden, kurz bevor diese schlüpfen, verlässt

die alte Königin mit einem Teil der Bienen den Bienenstock. Es ist ein neues Volk geboren.

Dieses ist ein tolles Erlebnis wenn viele tausend Bienen mit ihren Flügeln ein brausendes Geräusch erzeugen. Als erstes sammeln sich die Bienen in der Nähe ihrer alten Wohnung zu einer Schwarmtraube. Dann machen sich so genannte Pfadfinder-Bienen auf die Suche nach einer neuen geeigneten Behausung. Wenn diese dann gefunden ist, begibt sich der Schwarm wieder in die Luft und fliegt dort hin. Ein Bienenschwarm kann ohne menschliche Hilfe nur in ganz seltenen Fällen überleben.

Aus diesem Grund sind wir Imker daran interessiert, die Bienen wieder einzufangen.

Wenn Sie einen Bienenschwarm entdecken, können Sie mit Hilfe unserer Karte (siehe unten) „Hilfe die Bienen schwärmen“ einen Imker in der Nähe finden, der den Schwarm

einfängt.

Wenn Sie Interesse an der Imkerei haben, kann so ein Bienenschwarm auch durchaus der Anfang für Ihre Imkerei sein. Wir würden Ihnen sehr gerne helfen.

Sie können aber auch direkt anrufen:

Simon Samson (1. Vorsitzender): 01774726116

Vielen Dank Ihr Imkerverein Kattenvenne

Die Arbeitsbiene

Bienenwissen: Die Arbeitsbiene
Arbeitsbiene

Im Volk gibt es keine Monarchie, keine Diktatur, sondern die Gemeinschaft der Arbeiterinnen entscheidet, ähnlich einer Demokratie.

Arbeiterinnen sorgen dafür:

  • dass genügend Zellen für die Eiablage vorhanden sind, gebaut werden.
  • dass die Brut gewärmt und gefüttert wird.
  • dass die notwendigen Drohnen- und Schwarmzellen gebaut werden.
  • dass ausreichend Nahrung geholt wird, Pollen und Nektar.
  • dass die Königin weniger Eier legt, indem sie diese auf Diät setzen dadurch wird sie schlank und besser flugfähig zum Schwärmen.
Arbeitsbiene

Arbeiterinnen bestimmen den Schwarmzeitpunkt. Eier legen können Arbeiterinnen nur im Notfall, wenn keine Pheromone der Königin mehr wirken (Todesfall) und keine Brut mehr vorhanden ist.

Ob aus einem befruchteten Ei eine Arbeiterin oder Königin entsteht, liegt allein an der Fütterung mit Königinnen-Futtersaft (Gelee royale). Die Larve der künftigen Arbeiterin wird nur 2-3 Tage damit gefüttert, danach mit einem Gemisch aus Nektar und Pollen. Arbeiterinnen schlüpfen nach 21 Tagen. Die alleinige und dauernde Fütterung mit Gelee royale lässt schon nach 16 Tagen eine Königin schlüpfen.

Bis zu einem Larvenalter von 2-4 Tagen ist die Entwicklung aus einer Arbeiterinnenlarve zu einer Königinnen-Larve noch umkehrbar, d.h. es wird Königinnen-Futtersaft gefüttert und die Zelle wird nachträglich zur sogenannten Nachschaffungszelle umgeformt.

Arbeiterinnen sind kleiner als die Königin und bilden die Masse des Volkes. Im Sommer sind es ca. 40.- 50.000 Bienen, im Winter 5.-10.000 Exemplare.

Arbeiterinnen haben einen längeren Rüssel und Pollensammelvorrichtungen, sie füttern und wärmen die Brut, erzeugen Wachs für den Wabenbau und verteidigen das Volk mit ihren Wächterbienen.

Die einzelnen Arbeiten wie Füttern der Maden, Reinigung der Zellen, Wärmen der Brut, Ausschwitzen von Wachs, Verteidigen des Volkes, werden in den ersten 20 Tagen nach dem Schlupf ausgeübt. Danach werden die Arbeiterinnen auch für etwa 20 Tage Sammelbienen und tragen Nektar, Pollen, Kittharz und Wasser in das Volk.
Nach ca. 45 Lebenstagen sterben die Sommerbienen. Die Winterbienen leben ca. ein halbes Jahr bis zum Frühjahr. Sie ziehen dann die erste Brut im Februar – März auf.

Die Königin

Bienenwissen: Die Königin
Bienenkönigin
Bienenkönigin

In jedem Bienenkasten, in jedem Bienenvolk leben viele Tausend Bienen. In der Hauptsache Arbeiterinnen und mehrere Hundert Drohnen, aber nur eine Bienenkönigin.
Sie hat keine Krone, aber viele Imker kleben ihr ein kleines, rundes, farbiges Plättchen auf den Rücken, manchmal mit einer Nummer versehen, um sie besser identifizieren zu können.

Während die Arbeiterinnen im Sommer nur ca. 45 Tage leben, kann die Königin bis zu 5 Jahre alt werden. Die Königin ist die wichtigste Biene des ganzen Stocks und die Mutter aller dort lebenden Bienen. Sie hält die Gmeinschaft der Bienen zusammen, die weitgehend nach demokratischen Gundsätzen lebt. Mit den Pheromonenaus ihren Duftdrüsen beeinflußt sie das ganze Volk. Diese verhindern auch, dass die an sich weiblichen Arbeiterinnen ihre Sexualität ausleben.
Stirbt eine Königin, so ist das zunächst einmal ein großes Unglück für das Volk. Die Bienen merken den Verlust innerhalb von einer Stunde und zeigen das durch ein deutliches Heulen dem Imker an.

Die Königin ist ständig von einem Hofstaat aus ca. 12 Bienen umgeben. Sie wird von diesen dauernd berührt und betätschelt und gibt ständig Pheromone an ihre Umgebung ab. In der Hauptsaison, wenn draußen alles blüht und wächst, legt sie ca. 1.000 bis 2.000 Eier täglich, gewichtsmäßig mehr, als sie selbst wiegt.
Entsprechend gut wird sie dann auch von ihrem Hofstaat gefüttert. Die Eier sind ca. 2mm lang und 1mm dick und werden in die sauber geputzten Wabenzellen gelegt. Bei kaltem, regnerischem Wetter und bei schlechten Trachtverhältnissen (weniger offene Blüten) wird die Königin schlechter gefüttert und die Legeleistung automatisch gebremst.

Wenn eine Königin, ganz gleich aus welchem Grund, stirbt, dann ziehen die Arbeiterinnen aus einem der letzten Eier der alten Königin eine neue Königin. Die neue, sich entwickelnde Weisel wird mit einem besonders guten Futter, dem Gelee Royal gefüttert und schlüpft daher bereits nach 16 Tagen
Die Königin braucht jetzt 5 – 10 Tage, bis sie in die richtige Hochzeitsstimmung kommt. In dieser Zeit unternimmt sie kleine Orientierungsflüge von 5 – 10 Minuten bei über 15 Grad Wärme, um sich den Heimatstock einzuprägen.
Wenn das Wetter sonnig und warm ist, fliegt die Königin zwischen 12.00 Uhr und 17.00 Uhr zum Hochzeitsflug aus. Dazu sucht sie einen so genannten Drohnensammelplatz in der Umgebung auf. Dort haben sich über 1.000 Drohnen versammelt, die nur auf die Königin warten. Sie wird dann von 10 – 20 Drohnen in der Luft begattet und erhält dabei 4-5 Millionen Spermien, die in der Regel für ihr ganzes Leben ausreichen.
Die zu Begattung gekommenen Drohnen fallen sofort nach der Kopulation tot auf die Erde

2 – 3 Tage nach dem Hochzeitsflug beginnt die Königin mit der Eiablage. Bevor sie in eine sauber geputzte Zelle ihr Ei legt, misst sie mit ihren Vorderbeinen Zellform und Größe. In die größeren Drohnenzellen legt sie ein unbefruchtetes Ei. Aus diesem Ei schlüpft dann ein Drohn, der keinen Vater hat, sondern nur die Erbeigenschaften der Mutter.
Man nennt diesen Vorgang Jungfernzeugung oder Parthenogenese. In die etwas schmaleren Wabenzellen und in die Königinnenzellen werden dann immer befruchtete Eier gelegt.

Da die Legeleistung der älteren Königinnen nachlässt, werden sie schon nach 2-3 Jahren durch eine neue, wertvolle Weisel ersetzt. Nur besonders gute Zuchtmütter lässt man länger im Bienenstock.

Der Drohn

Der Drohn ist eine männliche Biene

Drohnen sind etwas größer als Arbeitsbienen, haben große Facettenaugen, einen gedrungenen Hinterleib, wobei die Flügel etwas darüber hinausgehen. Drohnen machen einen etwas plumpen Eindruck. Er kann tiefe Brummtöne von sich geben, wenn man ihn streichelt. Einen Stachel und Gift hat er nicht.

Drohnen sind für die Begattung der Königin eine wichtige Voraussetzung. Von April bis August leben sie im Stock. Drohnen sammeln keinen Pollen (Blütenstaub) und keinen Nektar (süßer Saft), sondern bedienen sich an den Vorräten des Bienenstockes oder werden sogar gefüttert.
Drohnen werden oft als Faulpelze und unnötige Fresser angesehen. Außer zur Begattung der Königin helfen sie, wenn die Arbeitsbienen morgens den Stock verlassen, um Wasser, Pollen und Nektar zu holen, die Brut zu wärmen. Sie versammeln sich auf den Brutwaben, um die Temperatur von ca.35 Grad aufrechtzuerhalten. Erst wenn es draußen wärmer geworden ist, und nur an sonnigen Tagen zwischen 13 und 17 Uhr fliegen die Drohnen aus. Im Honigraum helfen sie auch beim Weiterreichen des von den Arbeiterinnen gebrachten Futters.

Gerät ein Volk in Futternot, dann allerdings werfen die Arbeiterinnen zuerst die Drohnenlarven aus dem Stock oder verzehren diese.
Drohnen sammeln sich im Sommer bei bestem Wetter an bestimmten Plätzen, den sogenannten Drohnensammelplätzen. Sie sind jedes Jahr an der gleichen Stelle und haben einen Durchmesser von 100 bis 200 m. Dort warten über 1000 Drohnen auf das Eintreffen von Königinnen, die sie an ihren Gerüchen (Pheromonen) erkennen. Die Drohnen folgen den Königinnen und die besten 10 bis 20 Flieger kommen zur Begattung. Danach sterben sie sofort und fallen tot zu Boden.

Auch die meisten Drohnen, die nicht zur Begattung gekommen sind, erleben ein tragisches Schicksal. Während sie in der Zeit üppiger Pflanzenblüte zu allen Völkern freien Eintritt hatten und sogar gefüttert wurden, werden sie ab August von der Arbeitsbienen von den Waben und dem Futter abgedrängt. Sie werden gebissen, gezwickt und gestochen und aus dem Volk vertrieben.
Die sogenannte Drohnenschlacht ist dann im vollen Gange. Man kann dann Drohnen beobachten, die bettelnd von Flugloch zu Flugloch ziehen und keinen Einlass finden.

Dem Imker zeigt diese Abweisung aber, dass das jeweilige Volk eine intakte, legende Königin hat und demzufolge keine Drohnen mehr gebraucht.

Bienenstich

Was tun bei Bienenstichen

Der Imkerverein Kattenvenne zählt über 40 Mitglieder. Sie alle halten schon aus eigenem Interesse Bienen, die friedlich und sanftmütig sind, d.h. möglichst nicht stechen.
Trotzdem kann es passieren, dass Menschen von Bienen, viel öfter aber von Wespen gestochen werden. Nur ganz wenige Menschen reagieren darauf allergisch und erleiden einen so genannten anaphylaktischen Schock, einen Kreislaufzusammenbruch. Die meisten Menschen werden aber mit einem Bienenstich gut fertig.

Der Einstich schmerzt ca. 5 Minuten stark. Die Haut rötet sich und wird dick. Die Schwellung klingt in der Regel nach ein bis zwei Tagen ab.
Die Stärke der Anschwellung kann verringert werden, wenn man sofort nach dem Stich die kleine, stecknadelkopfgroße, weiße Kugel -den Stechapparat der Biene- mit dem Fingernagel sanft zur Seite schiebt und entfernt. Das in der „Kugel“ befindliche Bienengift wird dann erst gar nicht in den Körper gedrückt.
Denn das Bienengift wird sonst von einem Muskel noch etwa 20 Sekunden lang in die Wunde gepumpt, obwohl die Biene längst weg ist. Je kürzer die „Pumpzeit“ ist, um so weniger Gift gelangt in den Körper und um so geringer ist die Anschwellung.

Jede Biene, die gestochen hat, reißt aus Ihrem Körper beim Abfliegen ihren Stachelapparat aus ihrem Leib und stirbt kurz danach.

Mittel aus der Apotheke und verschiedene Hausmittel, wie Speichel, Zwiebelschalen usw. mildern die Nachwirkung des Stiches.
Auf Bienengift allergisch reagierende Menschen können sich desensibilisieren lassen, indem sie vom Arzt ständig etwas höhere Giftmengen eingespritzt bekommen. Allerdings handelt es sich dabei um einen länger dauernden Prozess.

Honig

Bienenwissen: Honig
Honigauswahl

Bienen nehmen Nektar, ein süßer Saft, aus den Blüten, aber auch Ausscheidungen von Blättern auf. Sie reichern diese mit körpereigenen Fermenten und Enzymen an. Den Nektar speichern sie zunächst im „Honigmagen“. Den Inhalt würgen sie aus und übergeben ihn 40 bis 60 mal an andere Bienen. Dabei verliert der Honig Wasser und wird haltbar.

Honigauswahl

Durch Regen, Kälte und Trachtmangel geschieht dies öfter, als in anderen Ländern.
Deshalb ist deutscher Honig besonders wertvoll. Deutscher Honig ist, außer Akazie, meist geschmeidig bis fest und wird im Einheitsglas des Deutschen Imkerbundes mit dem Gewährsstreifen verkauft.

Wo kommt der Nektar her?

Fast alle Blütenpflanzen werden von Bienen angeflogen und nach Nektar und Pollen (Blütenstaub) abgesucht. Um die 80% aller Wildpflanzen werden dabei von den Bienen ungewollt bestäubt und können daraufhin Früchte bilden. Ohne Bestäubung kein Obst, weniger Raps, Klee und Wildpflanzen – eine sterbende Natur.

Pflanzen haben am Blütengrund Nektardrüsen (Nektarien), mansche auch an den Stielen (Kirsche) und Blättern.
Auf Tannen und Fichten, auf Laubbäumen wie der Eiche, finden die Bienen Honigtau, der von Pflanzensaftsaugern stammt. Dieser Waldhonig ist dunkel und reich an Mineralien. Der Wald „honigt“ aber nicht jedes Jahr und nicht gleich stark.

Die Inhaltsstoffe des Honigs

Honigwabe

Honig ist recht unterschiedlich, da die Bienen verschiedene Pflanzen aufgesucht haben, so daß der Imker nur das anbieten kann, was seine Völker eintragen.
Blütenhonige enthalten etwa 35% Traubenzucker und 40% Fruchtzucker. Traubenzucker gelangt ohne Umwandlung sofort ins Blut und ist ein Energie- und Kraftspender ersten Ranges.
Fruchtzucker wird zur Reserve in der Leber gespeichert. Inhaltsstoffe, die den großen Wert des Honigs ausmachen, sind die Mineralien, wie Kalzium, Kalium, Phosphor, Eisen, Mangan u.a..
Geringere Mengen an Eiweiß enthalten wertvolle, lebenswichtige (essentielle) Eiweißbausteine, die Aminosäuren.

Honige aus Obstblüten sind hell, solche von Raps fast weiß. Honige kristallisieren früher oder später immer. Sie werden dann mehr oder weniger fest. Durch Erwärmung, nicht über 40 Grad, werden sie wieder geschmeidiger. Akazienhonig dagegen bleibt flüssig. Die meisten Honige in unserem Raum sind Mischhonige und dadurch von vielseitiger Zusammensetzung.
Für Allergiker sind Honige aus der Region (30 Km Umkreis) besonders geeignet. Diabetiker können nach Rücksprache mit ihrem Arzt oft auch begrenzte Mengen Honig essen.

Honig ist eines der gesündesten Lebensmittel!
Er wirkt anregend und regulierend auf die Herztätigkeit, hilft der Leber Giftstoffe des Körpers abzubauen, hat durch die Mineralstoffe eine blutbildende Wirkung und fördert Verdauung und Darmtätigkeit. Die Inhibine hemmen das Wachstum von Bakterien (altes Wundheilmittel).
Honig in warmer Milch ist ein Hausmittel gegen Husten und bei Schlaflosigkeit und Kopfschmerz.

Bienenwissen: Honig
Honigwabe

Bienenwachs

Bienenwissen: Bienenwachs
Bienenwachs und Bienenwachsprodukte
Bienenwachs

Es wird von 8 Wachsdrüsen am Hinterleib der Biene erzeugt, ausgeschwitzt. Ein Bienenvolk produziert knapp 1.000g pro Jahr.
Der Imker schmilzt Baurahmenwachs, alte Waben, Entdeckelungswachs und andere Wachsreste in einer Dampfwachsschmelze oder in der Sonnenwachsschmelze ein.
Wachs kann man verkaufen, meist wird es gegen Mittelwände beim Imkerfachhandel eingetauscht. 

Wachs ist ein wichtiger Rohstoff für die Industrie: Kerzen, Pflaster, Zäpfchen, Lippenstifte, Salben, Cremes, Restaurierung von Kunstwerken usw.

Gelee Royale

Dieses Spezialfutter erhalten alle Bienenlarven in den ersten drei Tagen. Danach nur noch die Larven in der Weiselzelle, d.h. die zukünftigen Königinnen.

Das Futter lässt die Larven so schnell wachsen, daß die Königinnen bereits nach 16 Tagen schlüpfen. In besonderen Imkerein wird dieses Gelee Royale abgesaugt. Es handelt sich um eine weißliche Flüssigkeit, die säuerlich schmeckt und später pastenförmig wird.
Verwendung: In der Kosmetikindustrie zur Hauptpflege in Salben, Tabletten usw.

Bienengift

Bei einem einzigen Bienenstich werden 0,3mg Gift abgesondert. Mit Hilfe geringer Mengen Strom kann man Bienen häufiger „melken“: 10.000 Bienen liefern ca. 1g Trockengift.

Bei rheumatischen Erkrankungen schafft das Apitoxin in Salben und Lotionen Linderung. Manche Menschen reagieren auf Bienengift allergisch und brauchen sofort Medikamente.

In Deutschland sterben jährlich etwa 14 Menschen an Insektenstichen von Wespen, Bienen oder Hornissen. 

Hinweise zum Umgang mit Bienenstichen finden Sie hier.

Propolis oder Kittharz

Bienenwissen: Propolis oder Kittharz
Propolis und Propolisprodukte

Propolisprodukte

Die Bienen sammeln diesen Harzstoff von den Knospen verschiedener Pflanzen und Bäume. Sie vermischen ihn mit Wachs und Pollen und verkitten damit alle losen Teile, die Rähmchen in der Beute und alle Ritzen ihrer Behausung
Sie glätten damit auch die Wände der Kästen. Die Gewinnung des Propolis von den Tragohren der Rähmchen, aus den Nuten oder aufgelegten Folien ist möglich, aber ein mühsames Geschäft.

Wogegen wirkt Bienenkittharz?
Hemmung oder Abtötung von Krankheitserregern, bakterizide Wirkung, Aktivierung von Abwehr- und Selbstheilungskräften, Stabilisierung des Nervensystems, Anregung der Durchblutung.

Blütenpollen

Bienenwissen: Blütenpollen
Pollensammlerin
Pollensammlerin

Blütenstaub, Blütenpollen sind männliche Keimzellen blühender Pflanzen. Sie werden gebraucht zur Ernährung der Bienen selbst und zur Aufzucht ihrer Larven, der Bienenbrut.
Pollen bleibt beim Sammeln von Nektar am Haarkleid der Bienen hängen oder wird von Pollensammelbienen in Pollenhöschen am Bein transportiert. Durch mitgebrachten Nektar werden die Pollenkörner zusammengeklebt.
Ein durchschnittliches Bienenvolk sammelt im Jahr 30 bis 50 Kg Pollen und erzeugt damit 150.000 Bienen.

Bedeutung für die Bienen

Die Stockbienen streifen den Flugbienen die Pollen aus dem Haarkleid und den Höschen aus. Sie werden als Vorrat in den Waben gespeichert und mit dem Kopf festgestampft.
Junge Larven erhalten von den Ammenbienen die Bienenmilch, einen Futtersaft, der in Schlund und Kieferdrüsen aus Pollen gebildet wird.
Ältere Larven werden mit Pollen und Honig gefüttert. Auch die Produktion von Gelee Royale, dem Königinnen-Futtersaft, ist Pollen notwendig.
Alte Bienen brauchen Pollen für die Bildung von Bienenmilch, Wachs, Enzymen und zur Deckung des eigenen Eiweißbedarfs.

Bedeutung für den Menschen

Blütenpollen

Pollenkörner enthalten viel Energie, wiel Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren und Vitalstoffe. Die Eiweißgehalte liegen zwischen 7% und 35%.
Man findet im Pollen 20 von 27 bekannten Aminosäuren, den Eiweißbausteinen. Darunter auch solche, die der menschliche Körper selbst nicht herstellen kann.

Anwendung:

  • Pollen in Milch oder Saft auflösen und auf nüchternen Magen trinken.
  • Pollen in Milch oder Saft auflösen und dann zusammen mit Honig ins Müsli geben. Diese Kombination ist das gesündeste Frühstück für den Menschen
  • Pollen kauen und mit Wasser, Milch oder Saft schlucken.
  • 30g Pollen mit 100g Honig mischen und als Brotaufstrich verwenden.

Wieviel Pollen soll man nehmen?
20g genügen als Nahrungsergänzung, die man dauernd oder 2-4 mal jährlich als Kur von je 30 Tagen nimmt. Ein gestrichener Esslöffel enthält 15g, ein gehäufter 24g.

Die Wirkstoffe des Pollen:
Bei der Verdauung wird das Eiweiß des Pollen in seine Bestandteile zerlegt und daraus ein neues, körpereigenes Eiweiß aufgebaut. Ohne genügend Eiweiß kommt es zu Mangelerscheinungen.
Nur 30g Pollen decken den Tagesbedarf an Eiweiß, man kann den Fleischverzehr deutlich verringern oder ganz auf vegetarische Nahrung umstellen.

Bienenwissen: Blütenpollen
Blütenpollen

Anmeldung von Bienenvölkern

Bei der Aufnahme der Imkerei ist die Imkerin oder der Imker gesetzlich verpflichtet, dies dem für ihn zuständigen Kreisveterinäramt und der Tierseuchenkasse seines Bundesland an zu zeigen.
Während einer Veranstaltung mit der für die Imkerei im Kreis Steinfurt zuständigen Vertreterinnen des Kreisveterinäramt Steinfurt, Frau Dr. Evelgünne und Frau Thier, wurde die Anmeldung der Bienenvölker zur Tierseuchenkasse und beim Veterinäramt thematisiert.
Bisher war die Auffassung, dass Einsteiger die Aufnahme der Imkerei jeweils gesondert an die Tierseuchenkasse und das Veterinäramt des Kreises zu melden haben. Es kam die Frage auf, ob dieses nicht einfacher geregelt werden könnte.

Frau Dr. Evelgünne hat uns nun in einem Schreiben informiert:

“ nach der Veranstaltung des Imkervereins Greven ist intern nochmals die Frage erörtert worden, wie ein Imker korrekt seine Bienenvölker bei der „zuständigen Behörde“ nach §1 a der Bienenseuchen-Verordung melden muss.

Es reicht die Anmeldung bei der Tierseuchenkasse unter Angabe der Anzahl und der Standorte der Völker:

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen - Tierseuchenkasse NRW - Nevinghoff 40 · 48147 Münster

…
„Die Tierseuchenkasse vergibt dann eine Registriernummer und erhebt Beiträge, um im Tierseuchenfall eine Entschädigung zu zahlen. Die Meldung wird dann automatisch an das entsprechende Veterinäramt weitergeleitet.

Eine spezielle Meldung der Standorte der Völker beim Veterinäramt entfällt somit.“

Wir bedanken uns für diese vereinfachte Anwendung der Vorschriften bei den Verantwortlichen des Kreis Veterinär Amt Steinfurt.

Zur Anmeldung geht der Imker oder die Imkerin auf die Internet Seite der Tierseuchenkasse.

Eine gesonderte Anmeldung an das Kreisveterinär Amt ist nicht erforderlich.
Der Imker oder die Imkerin bekommt dann eine Betriebsnummer zugeteilt und kann dann in Zukunft die jährliche Meldung der Zahl der Bienenvölker online oder per Brief vornehmen.