15.08.2017
LWL-Klinik Lengerich: Ein süßer Fang
Der Bienenschwarm ist im vergangenen Sommer im Innenhof der LWL-Klinik aufgetaucht und eingefangen worden.…
Der Bienenschwarm ist im vergangenen Sommer im Innenhof der LWL-Klinik aufgetaucht und eingefangen worden.
Lengerich –
Im vergangenen Jahr hing auf einmal ein Bienenschwarm im Innenhof der LWL-Klinik an einem Baum. Jan-Hendrik Bein und Christian Jenner haben ihn eingefangen. Jetzt präsentieren sie den ersten Honig.
Woher er gekommen ist, weiß niemand. Doch eines Tages hing er da an einem Baum im Innenhof der LWL-Klinik: ein Bienenschwarm. „Sofort wurde nach einem Kammerjäger gerufen“, erinnert sich Christian Jenner. Doch das passte weder dem Gärtner noch seinem Kollegen Jan-Hendrik Bein. Sie legten ihr Veto ein, schüttelten und fegten die Immen in einen Eimer. Jan-Hendrik Bein, dessen Hobby die Imkerei ist, brachte von zu Hause einen Stock mit – schon hatten die Bienen eine neue Unterkunft.
Rund 20 000 bis 25 000 Tiere dürften es gewesen sein, schätzt der Imker. Vermutlich sei es ein halbes Volk gewesen, dass sich aus dem ursprünglichen Stock entfernt habe. Die Gründe für diese „Flucht“, da kann auch Jan-Hendrik Bein nur spekulieren. Am wahrscheinlichsten sei es, dass es der Königin an Platz zum Eierlegen gefehlt habe.
Nach dem Kammerjäger wird ein gutes Jahr später kaum noch jemand rufen. Schließlich haben die Nektar-Sammlerinnen ihrem Ruf alle Ehre gemacht. Der erste Blütenhonig ist geschleudert und in Gläser gefüllt worden. 30 Gläser zu jeweils 500 Gramm sind es geworden. „Ganz okay“, sagt Jan-Hendrik Bein zu dieser Ausbeute. „Das Frühjahr war nicht optimal.“
Thomas Voß findet das, was da in die Gläser gekommen ist, vorzüglich. „Ganz toll“, schwärmt er und nimmt sich einen Teelöffel Honig. Von der Konsistenz her ähnlich wie Nuss-Nougat-Creme, vom Geschmack her mit einer kräftigen Note.. Jan-Hendrik Bein vermutet, dass Löwenzahn von den Wiesen auf dem Klinikgelände für diese Nuance verantwortlich ist.
Wer sich auf Sommerhonig freut, wird enttäuscht. „Der erste Honig ist von der Frühjahrstracht“, erzählt der Imker. Ein Blick in den Stock Anfang der vergangenen Woche brachte eine ernüchternde Erkenntnis: Im Sommer wird es keine Ernte geben. Was in den Waben zu sehen ist, reicht gerade für die Bienen.
Deren Zufütterung beginnt noch im August. Alles, damit die Tiere gut über den Winter kommen. Der Stock bleibt dort stehen, wo er jetzt schon ist: an der Gärtnerei. Nach dem Auffüttern steht eine Varoa-Behandlung an. „Ab Februar fangen die Bienen wieder an mit Fliegen und Brüten“, erläutert der Imker. „Wenn die Temperatur über zwölf Grad Celsius liegt“, schränkt er ein.
Für Thomas Voß ist die Integration des Bienenvolkes nicht nur unter kulinarischen Gesichtspunkten ein Gewinn: Es ist ein weiteres Mosaiksteinchen in den Bemühungen der Klinik bei der Fortschreibung der Öko-Zertifizierung.
Dass er zum Hobby-Imker geworden ist, verdankt Jan-Hendrik Bein einem Zufall. „Bei uns zu Hause standen immer schon Bienenstöcke.“ Keine eigenen. Vor fünf Jahren habe einer der Imker angekündigt, kürzer treten zu wollen. Die Beins könnten doch gerne die Bienen übernehmen.
Mit zwei Völkern hat Jan-Hendrik Bein vor vier Jahren angefangen. Inzwischen hat er fünf Stöcke. „Bei mir fragen die Leute meistens nach Rapshonig“, erzählt er. Auf dem Klinikgelände wäre das Potenzial für zwei oder drei Völker, ist er überzeugt. Was dagegen spricht? „Das ist dann schon sehr aufwendig.“ Und dann sollten die Rasenflächen in Wildblumenwiesen umgewandelt werden.
Quelle: Westfälische Nachrichten